Der beste Ofen funktioniert nicht mit einem schlechten Schornstein Teil 2

Was ist der Hintergrund?

Die erste Bundes-Immissionsschutzverordnung wurde 2010 neu gefasst, darin wurden neue Schadstoffgrenzwerte festgelegt, unter anderem für Holzöfen. Bis einschließlich 21. März 2010 installierte Öfen, erfüllen laut Gesetzgeber die neuen Grenzwerte nicht. Diese Öfen müssen ausgetauscht werden. Ausnahme ist, wenn eine Bescheinigung des Herstellers oder des Schornsteinfegers vorliegt, die die Einhaltung der Grenzwerte bestätigt.

Ist mein Ofen betroffen?

Werfen Sie einen Blick auf das Typschild des Ofens, dort steht das maßgebliche Datum. Öfen, die von 1995 bis 21. März 2010 gebaut wurden, sind betroffen. Steht auf dem Typschild beispielsweise das Datum 15.04.2009, dann ist Ihr Ofen nur noch bis 31.12.2024 betreibbar.

Ist das Typschild nicht lesbar, Sie können es nicht finden oder Sie sind sich unsicher dann bietet der HKI Industrieverband eine Datenbank. Sie können auch Ihren Schornsteinfeger oder Ofenhersteller kontaktieren

Es gibt einige Ausnahmen, wie beispielsweise nicht gewerblich genutzte Herde und Backöfen mit einer Nennwärmeleistung unter 15 Kilowatt,. Auch offene Kamine, Badeöfen oder historische Öfen zählen dazu.

Was kostet es, einen Schornstein nachzurüsten?

Genaue Preisangaben sind nicht möglich. Sie benötigen immer zuerst eine Beratung Ihres Schornsteinfegers, welcher Schornstein zu welchem Ofen passt. Ist vielleicht ein Schornstein vorhanden und ist dieser Schornstein baulich in Ordnung?

Ist kein Schornstein vorhanden, können Sie einen doppelwandigen Edelstahl-Schornstein nachträglich an der Außenwand installieren.

Es gibt auf dem Markt sehr kostengünstige Lösungen wie Leichtbau-Schornsteine aus Edelstahl. Sie können die optimale Komplettlösung für die Installation neuer zusätzlicher Abgasanlagen darstellen. Sie sind einfach und schnell zu montieren und haben ein geringes Gewicht. Dabei bieten sie hervorragenden Brandschutz und können nach der Endmontage direkt beheizt werden.

Sie eignen sich bestens zur Altbausanierung und im Neubau und erfüllen unterschiedliche Anforderungen Ihres Heizsystems (Öl-, Gas- oder Festbrennstoffe).

Sind Kamine genehmigungspflichtig?

Ja, jede Feuerstätte ist nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz grundsätzlich genehmigungs- und abnahmepflichtig. Die Feuerstätte muss mehrere Anforderungen erfüllen. Bauseitige Prüfungen sind vorgeschrieben und der Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen muss gegeben sein.

Der Kaminofen muss das Kennzeichen CE tragen und somit den EU-Vorschriften zur Sicherheit, Gesundheit, Umwelt und Produktionsbedingungen entsprechen. Öfen ohne CE-Zeichen dürfen in Deutschland nicht verkauft werden.

Der Ofen benötigt das Kennzeichen BIP und wurde somit vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) geprüft. Er ist zum raumluftunabhängigen Betrieb geeignet.

Die CO-Emission darf maximal 1,0 betragen, der Wirkungsgrad muss mindestens 50 % betragen.

Die häufigsten Gründe für den fehlenden Kaminzug

Damit Sie an Ihrem Kaminofen Freude haben, muss er optimal funktionieren. Das Holz muss trocken sein und die richtige Größe haben. Der Edelstahl-Schornstein braucht einen vernünftigen Zug, der Kaminofen muss richtig bedient werden. Insbesondere primäre und sekundäre Luftzufuhr müssen gut funktionieren.

Temperatur

Was kann ich tun, wenn mein Kaminofen nicht zieht? Der Ofen zieht durch den Unterdruck im Edelstahl-Schornstein. Wenn die Luftsäule (Querschnitt x Höhe des Schornsteins) wärmer ist als die Außenluft, dann hat der Schornstein Auftrieb.

Bei Temperaturen um 15 Grad kann die Schornsteintemperatur kälter sein als die Außenluft. Dann ist die Luft im Edelstahl-Schornstein schwerer, der Ofen bekommt keinen richtigen Auftrieb und die Flamme erstickt oft schon beim Anzünden.

Das erkennt man daran, dass der Qualm im Feuerraum kreist und nicht abzieht.

Luftströme

Luftströmungen (Wind, Niederdrucklage, Schlechtwetter und starke Sonneneinstrahlung) stören die physikalische Sogwirkung von Kaminen und Schornsteinen. Der Rauch kann nicht oder nur teilweise entweichen und wird in den Wohnraum gedrückt.

Unter Umständen kann ein falsches Kamindach zu einer Wärmeblase führen. Diese mindert die Zugfunktion Und behindert den vollständigen Abzug der Rauchgase. Es kann es zu Folgeschäden, wie Ablagerung im Schornstein, kommen.

Optimierte Verbrennung bedeutet weniger schädliche Abgase und einen störungsfreien, energieeffizienten Heizbetrieb.

Mein Kamin zieht nicht! Was kann ich tun?

Öffnen Sie die Feuertür einen Spalt weit. Die Luftzufuhr in den Feuerraum ist einfacher, und hat weniger Widerstand. Der Ofen zieht und der Qualm zieht ab.

Versuchen Sie es mit einem Lockfeuer. Sie öffnen die Reinigungstür des Edelstahl-Schornstein und zünden z. B. einen trockenen Holzspan an. Mit diesem Lockfeuer erwärmen Sie den Kamin. Die Kaltluft verlässt den Schornstein, der Schornstein hat Auftrieb und der Ofen zieht. Schließen Sie anschließend den Luftschieber wieder, sonst zieht der Schornstein falsche Luft.

Lassen Sie Ihren Schornstein überprüfen. Moderne Öfen haben einen sehr hohen Wirkungsgrad, entsprechend kühl sind die Abgase. In einem sehr großen Schornstein kühlen die lauwarmen Abgase auf dem Weg nach oben zu weit ab. Sie kondensieren an der Schornsteinwand, sinngemäß bildet sich ein Korken im Schornstein.

Ist der Edelstahl-Schornstein zu kurz? Dann besteht die Gefahr, dass der Wind in den Schornstein bläst und notwendige Unterdruck kurzzeitig verschwindet.

Heizen Sie mit dem trockenen Holz mit deutlich unter 20 % Restfeuchte (in der passenden Größe). Verwenden Sie keine Rundhölzer, sie brennen schlechter.

Erzeugen Sie eine hohe Starttemperatur, vor allem wenn der Ofen länger nicht betrieben wurde. Dann ist der Schornstein kalt und feucht und Sie müssen erst den entsprechenden Auftrieb erzeugen. Feuern Sie In der Anheizphase mit trockenem, kleinen Spaltholz und Kaminanzünder.

Stellen Sie die Luftsteuerung des Ofens richtig ein. Hat die Flamme zu wenig Luft, dann wabert sie vor sich hin. Die Energieeffizienz ist schlecht, Sie erzeugen keine vernünftige Wärme. Die Flamme muss immer hell und freundlich sein.


Der beste Ofen funktioniert nicht mit einem schlechten Schornstein.

Schornstein

Der Schornstein ist der Motor des Kaminofens. Nur mit einem gut ziehenden Schornstein bekommen Sie eine gute Verbrennung. Der beste Ofen funktioniert nicht mit einem schlechten Schornstein.

Wir möchten Ihnen nachfolgend wichtige Fragen beantworten. Welchen Schornstein brauche ich, warum zieht mein Kamin nicht und worauf achte ich bei einer Mehrfachbelegung? Wir sagen es Ihnen.



Was ist eine Querschnittsberechnung nach DIN EN 13384?



Die Querschnittsberechnung ist der Nachweis, dass eine ausreichende Abgasanlage vorhanden ist. Sie erfolgt immer vor der Installation des Ofens oder der Feuerstelle.

Mithilfe der Querschnittsberechnung wird geprüft, ob eine (oder mehrere) Feuerstellen zusammen an einer bestimmten Abgasanlage funktionieren. Die Grundlage der Querschnittsberechnung ist die DIN-Norm 13384. Sie listet alle Parameter auf, die berechnet werden müssen. Heutzutage erstellt man die Berechnungen mit einem entsprechenden Programm, wie Kesa Aladin.

Druck und Temperatur werden berechnet und so ermittelt, ob Abgasanlage und Feuerstelle zusammenpassen.



Der Druck


Der Schornstein (bzw. die Feuerstelle) braucht einen gewissen Unterdruck, um die Abgase abtransportieren zu können. Übliche Feuerstellen benötigen zwischen 10 und 15 Pascal Unterdruck. Die Abgasanlage muss, in Zusammenarbeit mit der Feuerstelle, diesen Wert jederzeit aufbringen. Nicht nur im Volllastbetrieb, wenn hohe Temperaturen erreicht werden, sondern auch im Schwach- oder Teillastbetrieb.



Die Temperatur


Unterschreitet die Abgastemperatur an der Mündung einen gewissen Taupunkt, dann kondensiert die Feuchtigkeit aus den Abgasen. Es droht eine Versottung, die Mantelsteine des Kamins werden mit Wasser durchdrungen. Damit darf die Abgasanlage bzw. die Feuerstelle nicht Betrieb gehen. Hier gibt es verschiedene Lösungsmöglichkeiten.

Die berechneten Werte sind Näherungswerte, keine absoluten Werte. Die Qualität eines Feuers hängt von über 50 Faktoren ab. All diese Faktoren sind variabel, bei der Querschnittsberechnung jedoch verwendet man feste Normwerte. Feuer ist eine hochdynamische Sache, die kaum exakt berechenbar ist.



Was kostet eine Querschnittsberechnung nach DIN EN 13384?


Die Schornsteinberechnung kostet zwischen 30,00 Euro und 40,00 Euro, wenn es sich um eine einfach belegte Schornsteinanlage handelt. Bei mehrfach belegten Anlagen sind die Kosten höher.



Was ist eine Mehrfachbelegung?



Mehrfachbelegung bedeutet, dass mehrere Feuerstellen mit der gleichen Wärmeerzeugung angeschlossen sind. Normalerweise handelt es sich um Kaminöfen der Bauart 1. Bauart 1 sind Öfen mit einer fest schließenden, von selbst zufallender Tür.

Öfen der Bauart 2 sind sogenannte offene Feuerstellen. Auch die offene Feuerstelle hat eine Scheibe, aber die Tür fällt nicht zu.

Bei einer Mehrfachbelegung ist eine Kombination von Feuerstellen der Bauart 2 und der Bauart 1 nicht möglich. Sind mehrere unterschiedliche Feuerstellen angeschlossen, spricht man von einer Gemischtbelegung.



Warum sind die Berechnungskosten höher?



Die Berechnung ist komplizierter. Der Schornstein muss jederzeit einen einwandfreien Betrieb sicherstellen. Egal ob eine oder mehrere Feuerstellen brennen, egal ob Schwach-, Teil- oder Volllast, die Abgasanlage muss funktionieren. Das ist sehr aufwendig zu ermitteln.



Welcher Schornsteindurchmesser?


Einen optimalen Durchmesser gibt es nicht. Für ein oder zwei Feuerstellen mit einem Mündungsdurchmesser von 150 mm, hilft eine Faustformel. Ein Innenrohr mit 180 mm Durchmesser ist gut geeignet. Schließen Sie mehrere Feuerstellen mit gleichem Durchmesser an, muss der Durchmesser des Innenrohrs erhöht werden.


Welche Kaminöfen dürfen ab 2024 nicht mehr betrieben werden?



Bis zum 31. Dezember 2024 müssen Öfen, die von 1995 bis 21. März 2010 gebaut wurden, ausgetauscht oder nachgerüstet werden. Eingebaute Kamin- und Kachelofeneinsätze müssen nach dem Stand der Technik nachgerüstet werden, damit sie den neuen Bestimmungen entsprechen.

Seit 2015 gelten die noch strengeren Anforderungen der Stufe 2. Öfen, die vom 22. März 2010 bis Jahresende 2014 installiert wurden, genießen im Rahmen der Verordnung Bestandsschutz. Sie können weiter betrieben werden.

Fortsetzung folgt …